Im Werkzeug sollten nur Form- (spanlose) Bohrer verwendet werden. Aber warum? Dieser Artikel zeigt den Unterschied zum Schneidbohrer und die Wirkung auf Festigkeit, Oberfläche und Standzeit.
Schneiden vs. Formen: zwei Ansätze
Ein Schneidbohrer bildet das Gewinde durch Spanabtrag. Ein Formbohrer verdrängt das Material dagegen unter Druck, ohne es abzutragen — er erzeugt keine Späne. Dieser Unterschied ist im Werkzeug entscheidend.
Warum im Werkzeug Pflicht?
Ein Schneidbohrer erzeugt Späne. Späne im Werkzeug beschädigen Werkzeug und Einheit, führen zu Klemmen und Teilefehlern. Da der Formbohrer keine Späne erzeugt, arbeitet er im Werkzeug sicher.
- Spanloser Prozess — Werkzeug bleibt sauber
- Höhere Gewindefestigkeit
- Längere Standzeit
- Glatte, gratfreie Oberfläche
Festigkeit und Oberfläche
Beim Formen werden die Materialfasern nicht geschnitten, sondern der Gewindeform folgend umgelenkt. Das ergibt eine durchgehende Struktur und höhere Zugfestigkeit. Auch die Oberfläche ist deutlich glatter als beim Schneidbohrer.
Praxistipps
Der richtige Kernlochdurchmesser ist entscheidend; beim Formen ist er etwas größer als beim Schneiden. Passende Schmierung und materialgerechte Beschichtung verlängern die Standzeit deutlich.
Wichtig
AR340 und AR810 dürfen nur mit Formbohrern verwendet werden. Ein Schneidbohrer erzeugt im Werkzeug Späne und verursacht Schäden.


